https://doi.org/10.31648/ep.12877
Auf der Grundlage von Reiseberichten, Tagebüchern und Briefen von Reisenden wird in der vorliegenden Studie die russische Nationalpolitik analysiert, die die zaristische Regierung Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts gegenüber den Krimtataren verfolgte. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Briefen von Reisenden gewidmet, die verschiedenen Nationen, Staaten und Kulturen angehörten und unterschiedliche politische Ansichten und Weltanschauungen hatten, was eine objektive Rekonstruktion der in der Region ablaufenden Prozesse ermöglichte. Ende des 18. Jahrhunderts besuchten die Krimhalbinsel unter anderem der Franzose Gilbert Romme, der Spanier Francisco de Miranda, der Russe Piotr Sumarokow sowie die Engländerinnen Elizabeth Craven und Mary Holderness. Dubois de Montperreux und der deutsche Baron A. Gaxthausen unternahmen in den 1830er und 1840er Jahren mehrere Reisen in diese Region. Die Forschungen ergaben, dass die nationale Politik des Russischen Reiches gegenüber den Tataren darauf abzielte, den aktivsten Teil dieses Volkes physisch zu vernichten oder ins Osmanische Reich umzusiedeln und diejenigen, die ihre Heimat nicht verlassen wollten, umzusiedeln und zu assimilieren. Diese Politik wurde durch wirtschaftliche Zwänge, den Entzug des Landbesitzes und die Einschränkung von Rechten sowie durch religiösen Druck umgesetzt, der in der Zerstörung von Moscheen und deren Umwandlung in orthodoxe Kirchen sowie in der Bekehrung zum Christentum bestand. Die Bewahrung der kulturellen und ethnischen Eigenständigkeit der Tataren erfolgte durch die Herausbildung eines entsprechenden historischen Gedächtnisses. Bachtschissarai und Ak-Mechet (Simferopol) blieben die letzten Stätten der tatarischen Kultur
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